Praxis des Holotropen Atmens
Holotropes Atmen führen wir in der Regel in einer Gruppe durch.
Am ersten Abend (Freitag) trifft sich die Gruppe zur Einstimmungsrunde und zur Einführung in das Holotrope Atmen. Die TeilnehmerInnen wählen für die Atemsitzungen einen Partner/ eine Partnerin. Jede Person nimmt an je einer Atemsitzung als Erfahrende(r) und als Begleitende(r) teil.
Die 2 Atemsitzungen finden am Sonnabend statt, wobei am Nachmittag die Rollen AtmerIn und BegleiterIn (SitterIn) im Paar getauscht werden. Holotropes Atmen findet mit geschlossenen Augen auf einer Matte statt und dauert in der Regel 3-4 Stunden.
Nach einer Entspannung atmet der Atmer/die Atmerin tiefer und schneller und in Verbindung mit einer speziellen, am Prozess ausgerichteten Musik entfaltet sich nach und nach der veränderte Bewusstseinszustand.
Für die Dauer der Atemsitzung treten Alltagsdenken und -willen immer stärker in den Hintergrund. Im Zustand des erweiterten Bewusstseins kommen die Teilnehmer mit einer besonderen psychischen Instanz in Kontakt, die als innere Weisheit oder als innerer Heiler bezeichnet wird. Diese innere Führung und eben nicht Verstand oder Wille bestimmt den tiefen, individuell ablaufenden Selbsterfahrungsprozess. Im Prozess auf der Matte lassen die AtmerInnen wenn möglich alles zu, was sich zeigt und entwickelt (z.B. emotionale, körperliche oder innere visuelle Erfahrungen). Biographische, perinatale oder transpersonale Anteile des Bewusstseins können erlebt werden. Bestimmte Atemprozesse verlaufen vielleicht im Inneren und möglicherweise auch sehr ruhig. Andere Atemreisen können zu starkem Gefühlsausdruck führen. Prozessorientierte Körperarbeit bieten die Therapeuten bei Bedarf an, falls sich im Körper mögliche Anspannungen nicht lösen. Emotionsausdruck führt zu tiefer Entspannung und zu freiem Energiefluss. Haltgebender Körperkontakt kann beim eventuellen Durchleben von vergangenen traumatischen Prägungen hilfreich sein.
Das Ende der Atemsitzung ergibt sich aus dem individuellen Prozess.
Der Begleiter/ die Begleiterin sitzt während der Sitzung achtsam neben dem Erfahrenden/ der Erfahrenden und unterstützt gegebenenfalls (z.B. Zudecken, Trinken reichen, Körperhalt gewähren).
Das Zeichnen eines Mandalas nach der Atemsitzung als Ausdruck des eigenen Atemprozesses fördert die Integration.
Das Sharing (Mitteilen der eigenen Atemerfahrungen im Austausch im Gruppengespräch) findet am Sonntagvormittag statt und dient der weiteren Verarbeitung.
Bei einem 4- 5 tägigen Kurs können die TeilnehmerInnen je zweimal holotrop atmen.
Holotropes Atmen ist gut zu vereinbaren mit verschiedenen Wegen der Meditation. Die Psychotherapiemethoden, die offen für das Erleben und die Integration verdrängter und abgespaltener Persönlichkeitsanteile sowie für transpersonale Bewusstseinsinhalte sind, passen zum Holotropen Atmen.
Da das Holotrope Atmen erlebnisorientiert ist, kann es im Verlauf zu intensiven emotionalen und körperlichen Reaktionen kommen. Eine normale körperliche und psychische Belastbarkeit wird deshalb vorausgesetzt.
Kontraindikationen sind Schwangerschaft, schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hypertonie, Glaukom, Epilepsie, schwere Infektionen, Asthma, schwere kürzliche Operationen, Aneurysma, Borderline- Persönlichkeitsstörung, Psychose
Für Fragen stehe ich gerne zu Ihrer Verfügung.
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